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März 2020 | Corporate Credit Views

In einem Monat kann sich viel ändern

Seit unserem letzten Update am 28. Februar ist die Zahl der bestätigten COVID-19-Fälle außerhalb von China von weniger als 5.000 auf über 630.000 gestiegen. Länder, in denen etwa ein Drittel der Weltbevölkerung lebt, haben nichtessenzielle Bereiche der wirtschaftlichen Aktivität im Rahmen von Ausgangssperren teilweise oder ganz geschlossen. Die Zentralbanken der G10 haben ihre Leitzinsen um insgesamt 615 Basispunkte gesenkt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre quantitativen Lockerungsmaßnahmen ausgeweitet und die US-Notenbank (Fed) hat ihr quantitatives Lockerungsprogramm wieder gestartet. Nachfolgend gehen wir auf die vier Punkte ein, die für Anleger in Unternehmensanleihen in diesem drastisch veränderten Umfeld am wichtigsten sind:

  1. Anleihekaufprogramme der Zentralbanken: Am 23. März kündigte die Fed an, dass sie zusätzlich bis zu 300 Milliarden USD über drei Fazilitäten bereitstellen wird: eine Kreditfazilität für Unternehmensanleihen am Primärmarkt, um Neuemissionen von Anleihen und Kreditvergaben zu unterstützen, eine Kreditfazilität für Unternehmensanleihen am Sekundärmarkt, um Liquidität für im Umlauf befindliche Unternehmensanleihen bereitzustellen, und eine Kreditfazilität für kurzfristige forderungsbesicherte Anleihen (ABS), um Emissionen von forderungsbesicherten Anleihen (ABS) zu unterstützen. Durch diese Kreditfazilitäten reduziert sich das Risiko einer negativen Rückkopplungsschleife zwischen der Liquiditätsknappheit an den Sekundärmärkten und der Fähigkeit von Unternehmen, sich über die Kapitalmärkte zu finanzieren.
  2. Marktliquidität: Die nach der globalen Finanzkrise eingeführten Regulierungen haben Finanzinstitute in ihrer Fähigkeit, als Vermittler zu agieren, eingeschränkt. Dadurch hatten die Rentenmärkte Schwierigkeiten, große Risikotransfers zu bewältigen (die notwendig sind, wenn Anleger ihre Portfolios umschichten), und sowohl an den Märkten für Investment-Grade- als auch Hochzinsanleihen war die Liquidität im März meist knapp. An den Märkten für Unternehmensanleihen macht sich das durch breite Geld-Brief-Spannen bemerkbar. Gemessen am Niveau vor Ausbruch des Virus ist die Liquiditätslage weiter angespannt, allerdings hat sie begonnen, sich zu verbessern, seit die Fed verschiedene geldpolitische Maßnahmen angekündigt und eingeführt hat, wie beispielsweise die oben genannten.
  3. „Fallen Angels“, die ihr Investment-Grade-Rating verloren haben: Die Auswirkungen niedrigerer Ölpreise (aufgrund eines höheren Angebots, aber niedrigerer Nachfrage) und schwächerer Wachstumsaussichten könnten bereits vorhandene Bilanzschwächen verschlimmern, besonders bei Unternehmen in strukturell angeschlagenen Sektoren. Unsere Bottom-up-Analyse deutet darauf hin, dass bei etwa 230 Milliarden USD an US-Anleihen mit BBB-Rating die Gefahr besteht, dass sie im Verlauf des nächsten Jahres herabgestuft werden. Dabei gab es bereits 30 Milliarden USD an Fallen Angels im Januar und Februar sowie 79 Milliarden USD an Fallen Angels diesen Monat. Wir gehen davon aus, dass Energietitel einen großen Anteil der Rating-Herabstufungen ausmachen werden, gefolgt vom Automobilsektor sowie Emittenten aus der Reisebranche, dem Einzelhandel und anderen Sektoren, die durch COVID-19 besonders gefährdet sind.
  4. Ausfallquoten bei Hochzinsanleihen: Bis 30. März war der Preis der Rohölsorte WTI auf 20,5 USD/Barrel gefallen – von 46 USD im Vormonat. Der Energiesektor macht rund 11 % des US-Markts für Hochzinsanleihen aus und wir rechnen damit, dass der Einbruch der Ölpreise (vor dem Hintergrund einer anhaltend niedrigen Nachfrage nach Öl) die Ausfallraten bei US-Hochzinsanleihen in den kommenden 12 Monaten auf breiterer Basis höher treiben wird. Am Markt ist eine Ausfallrate von etwa 12 % eingepreist, was dem makroökonomischen Hintergrund einer Rezession entspricht. Je nachdem, wie die Politik reagiert, wie diszipliniert Emittenten im Energiesektor sind und welchen Verlauf die Coronavirus-Kurve nimmt, könnte das Ergebnis auch weniger schlecht ausfallen. In den USA halten wir die Markteinschätzung der Zahlungsausfälle für angemessen, doch in Bezug auf europäische Hochzinsanleihen sind die Märkte unserer Ansicht nach zu pessimistisch. Wir sehen innovative und adaptive Reaktionen von Unternehmensführungen, die – zusammen mit der Unterstützung durch die Währungshüter – in Europa zu einer günstigeren Situation in Bezug auf Zahlungsausfälle führen könnten, als derzeit eingepreist wird.

Solange wir keine Klarheit über die Entwicklung des Virus und den makroökonomischen Ausblick haben, sind unsere oben dargelegten Einschätzungen, besonders in Bezug auf Herabstufungen und Zahlungsausfälle, mit beträchtlicher Unsicherheit behaftet. Dennoch ist es möglich, dass die jüngsten fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen das Risiko von Extremereignissen an den Märkten für Investment-Grade- wie auch Hochzinsanleihen mindern.

Halten Sie sich über die neuesten Marktentwicklungen und die wichtigsten Themen für Ihre Portfolios auf dem Laufenden.

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Wie steht es um den Anleihemarkt?

Liquiditätsprobleme am Anleihemarkt haben die aktuelle Krise um eine weitere Dimension erweitert, wodurch sich die bestehenden Sorgen der Anleger über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs und des Ölpreiseinbruchs noch verschlimmern.