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21 August 2020 | GSAM Connect

Der Planet atmet auf

Die aktuelle Gesundheitskrise rückt die Dinge vielleicht ins rechte Licht, indem sie uns einen flüchtigen Einblick gewährt, wie die „ferne Zukunft“ tatsächlich aussehen könnte. Wir alle wissen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Dennoch passt bei COVID-19 und dem Klimawandel alles zusammen: Beide gehen von der Umwelt aus, kennen keine Grenzen, haben katastrophale Auswirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft und erfordern eine abgestimmte politische Antwort. Die nächsten Monate werden zeigen, ob diese Offenbarung die politischen Entscheidungsträger dazu bewegen kann, an die Krise von morgen zu denken, während sie die jetzige zu bewältigen versuchen.

Einmal mehr außergewöhnliche Zeiten

Jede Krise ist zwar einzigartig, doch der Ausbruch von COVID-19 ist nicht die erste massive Weltkrise und wird sicherlich auch nicht die letzte sein. Wie bei früheren einschneidenden Konjunkturabschwüngen lässt sich ein deutlicher Rückgang der Energienachfrage beobachten. Schätzungen der International Energy Agency (IEA) zufolge könnte die Gesamtnachfrage nach Energie 2020 um etwa 6 % zurückgehen.1 Das ist nicht wenig. Tatsächlich ist das der größte Rückgang, den die Energienachfrage je verzeichnete, und entspricht der gesamten jährlichen Nachfrage von Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien zusammen. Ein Rückgang dieser Größenordnung macht quasi das Nachfragewachstum der letzten 5 Jahre zunichte.

Das inverse Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Katastrophe und unserem Klima (Grafik 1) könnte ein Hinweis darauf sein, was noch kommt. Kurzum, die Jahre nach einer Krise, das heißt der Erholungszyklus, spielen auch eine Rolle. In der Regel kehrt die Energienachfrage mit aller Macht zurück. Ein wirtschaftlicher Notstand schiebt dem jährlichen Emissionswachstum zwar definitiv einen Riegel vor, dies scheint jedoch den strukturellen Aufwärtstrend nicht wesentlich aufzuhalten.

GRAFIK 1: SAUBERE LUFT – INVERSES VERHÄLTNIS ZWISCHEN WIRTSCHAFTLICHER KATASTROPHE UND UNSEREM KLIMA

Grün hervorstechen

Eine genauere Analyse der IEA-Prognose für den Rückgang der Gesamtnachfrage nach Energie schürt jedoch auch etwas Optimismus. Der erwartete Nachfrageeinbruch betrifft in der Tat nicht alle Segmente des Energiemarkts gleichermaßen (Grafik 21). Öl wird am meisten in Mitleidenschaft gezogen, denn das Segment ist von den ersten und zweiten Abkömmlingen der globalen politischen Antwort deutlich betroffen.

Die Auswirkungen auf die Nachfrage nach der alten Dreieinigkeit der Stromversorgung – Kohle, Gas und Kernenergie – sind ebenfalls einschneidend und sorgen für einen Nachfragerückgang um 8 %, 5 % beziehungsweise 3 %.

Lediglich erneuerbare Energien können sich über Wasser halten. Eine nachhaltige positive Nachfragedynamik ist für 2020 erstaunlich. Ein Plus von 1 % würde zwar unter normalen Umständen keine „grüne“ Euphorie auslösen, die Auswirkungen davon schlagen im heutigen Umfeld aber viel stärker zu Buche. Im ersten Quartal ist der Anteil erneuerbarer Energien am weltweiten Energiemix auf 13 % (+0,5 %) und am globalen Stromsektor auf 27,5 % (+1,5 %) gestiegen. Drei Hauptaspekte unterstützten diesen Trend: 1. Netzvorrang und andere regulatorische Unterstützungsmaßnahmen, 2. Kapazitätsausbau, da einige Versorgungsunternehmen ihre Nutzung alternativer Energiequellen stetig ausweiten, und 3. wirtschaftliche Abwägungen, nach denen erneuerbare Energien verglichen mit konventionellen Energiequellen immer attraktiver werden.1

GRAFIK 2: DIE AUSNAHME VON DER REGEL – POSITIVES NACHFRAGEWACHSTUM BEI ERNEUERBAREN ENERGIEN FÜR 2020

Dass die Energienachfrage einfach länger niedriger bleibt, klingt bestenfalls hypothetisch und es gibt keine Garantie, dass die Erholung so verläuft wie der Abschwung. In diesem Sinne gibt es auch keine Sicherheit, dass konventionelle Energiequellen den verlorenen Marktanteil in den kommenden Jahren nicht wieder zurückerobern. Zur Vorbereitung auf das Wiederaufleben der Nachfrage muss unbedingt gesteuert werden, welche Bereiche des Energiemix die Erholung beflügeln.

C-Kurven

Die weltweite politische Antwort auf die COVID-19-Krise zeigt ganz klar, dass Regierungen nach wie vor überzeugt sind, dass sie mehr als nur eine unsichtbare Hand brauchen, um den Erholungszyklus voranzutreiben. Der globale Kampf gegen COVID-19 zwingt uns zu einem neuen Entscheidungsparadigma in der Politik. Das, was wir aus dieser Krise lernen, eröffnet uns vielleicht die Chance, so etwas in Zukunft zu vermeiden und proaktiv gegen das bekannte Unbekannte anzukämpfen.

Neben der Herkulesaufgabe, zwischen dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Wiedereröffnung der Wirtschaft genau abzuwägen, denken Regierungen bereits voraus und planen, wie die Erholung gestaltet werden soll. Das ist besonders wichtig, um den Schaden für die Öffentlichkeit und die Gesellschaft so niedrig wie möglich zu halten, was bedeutet, dass die Wirtschaft jetzt – und nicht erst später – wieder in Gang kommen muss.

Die politischen Entscheidungsträger verstehen, dass die Höhe der Finanzhilfe, die nötig ist, um die Welt aus dem wirtschaftlichen Abgrund herauszuholen, neben den positiven wirtschaftlichen Auswirkungen auch schwerwiegende Folgen für unser Klima haben wird.

Die Kombination aus schierer Größe und Langlebigkeit der zugrunde liegenden Investitionen bedeutet, dass selbst (verhältnismäßig) geringfügige Entscheidungen über fiskalpolitische Allokationen deutliche Auswirkungen auf die Gesamtemissionen von Treibhausgasen haben werden (Grafik 32). Auf 10-jährige Sicht kann jede Art von grünem Anreiz, der heute eingeführt wird, die Kurve der klimarelevanten Emissionen deutlich nach unten drücken. Schlagen wir aber heute eine falsche Richtung ein, sabotieren wir eventuell die Chance, das im Übereinkommen von Paris vereinbarte Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.

GRAFIK 3: EINE WEGGABELUNG – DIE KLIMAKURVE IN EINER WELT NACH COVID

Unser Planet hat vor dieser Krise tief durchgeatmet. Wie wir in der Vergangenheit sehen konnten, dreht wirtschaftlicher Schmerz die Uhr bei Emissionen zurück und verschafft uns somit mehr Zeit, um die Erderwärmung zu drosseln.

Halten Sie sich über die neuesten Marktentwicklungen und die wichtigsten Themen für Ihre Portfolios auf dem Laufenden.

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